Dienstag, 22. Mai 2007

Webseiten zum Fähigkeiten-Ansatz

Martha Nussbaum und Amarty Sen haben diesen Ansatz, der von grundlegenden menschlichen Fähigkeiten ausgeht, auch in einem internationalen Netzwerk umsgesetzt:

http://www.capabilityapproach.com/

Sonntag, 20. Mai 2007

Forderungen nach "substantieller" Ethik

Care Ethik
-feministische Kritik am Stufenmodell moralischer Begründung
-Carol Gilligan, In a Different Voice
-Nel Noddings

Kommunitarismus
-Gemeinschaftsideal
-gemeinsame Werte über Freiheit und Gleichheit hinaus
-Michael Sandel
- Charles Taylor, Sources of the Self

Tugendethik
-Rückkehr zu Praktiken des guten Lebens
-Alasdair MacIntyre, After Virtue
-Philippa Foot

Fähigkeitenansatz
-"dicke" Theorie des guten Lebens
-Amartya Sen
-Martha Nussbaum, aristotelischer Sozialdemokratismus

"I´m sitting in the railway station
got a ticket for my destination"

Liedzeile von Simon and Garfunkel

Liberale Gerechtigkeitstheorien garantieren soziale Sicherheit, public transport, DASS wir ein ticket haben.

Forderungen nach substantieller Ethik forden gültige Aussagen über das Ziel, destination.

Kant als Vertragstheoretiker

Der Mensch ist durch seine Vernunft zur Autonomie bestimmt. Er muss sich Gesetzen unterwerfen, die strengen Vernunftkriterien entsprechen. Dazu kann er Menschen, die sich keiner Rechtsordnung unterwerfen wollen, auch zwingen. Herrschaft aufgrund allgemeiner, öffentlich bekannter Gesetze ist vernünftig und mit Freiheit im Einklang. Die Anwendung der Gesetze ist ein vernünftiges Schließen von der Regel auf den Einzelfall. Dies macht die Gewaltenteilung zwischen Legislative (oberste Gewalt), Exekutive und Judikative nötig. Teilhabe an der Gesetzgebung setzt persönliche Unabhängigkeit, d.h. Selbsterhaltung durch Eigentum voraus. Dies ist nur den Vollbürgern möglich, die Übrigen sind Schutzgenossen, deren
Grundrechte (Schutzrechte, nicht Mitwirkungsrechte) nicht beschränkt werden dürfen. Das Verhältnis zwischen den Staaten muss ebenfalls vernünftig, d.h. einem System von Rechten unterworfen sein. Das Völkerrecht verbietet den Angriffskrieg und fordert einen Bund souveräner Staaten zur Konfliktverhütung bzw. rechtlichen Konfliktschlichtung.

Die kantische Position

Keine inhaltliche Füllung des Begriffs der Glückseligkeit.

Objektive Gültigkeit der Gebote und Forderungen der Moral (deontologischer Ansatz).

Formulierungen des Kategorischen Imperativs:

Formel I, Formel des allgemeinen Gesetzes:
"Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werden kann."
Grundlegung der Metaphysik der Sitten, 51, BA 52

Formel II, Formel des Zwecks-an-sich-selbst (Würde jeder einzelnen Person):
"Handle so, dass du die Menschheit, sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden andern, jederzeit zugleich als Zweck, niemand bloss als Mittel brauchest."
Grundlegung der Metaphysik der Sitten, 61, BA 67

Formel III, Formel der Autonomie:
"Handle so, dass der (dein) Wille durch seine Maxime sich selbst zugleich als allgemein gesetzgebend betrachten könne."
Grundlegung der Metaphysik der Sitten, 67, BA 76, 77

Vgl. Herlinde Pauer-Studer, Einführung in die Ethik. Wien: UTB 2003, Kapitel 1: Die kantische Ethik, besonders 12-13.

Das gute Leben (Aristoteles)

In unserem Leben streben wir das Ziel der Eudaimonie an. Damit ist ein gutes, nicht notwendig ein angenehmes Leben gemeint, das wir erreichen, indem wir uns immer wieder für das Angemessene entscheiden und auf diese Weise tugendhaft werden. (Eine zentrale Tugend ist die Gerechtigkeit.)

Anders als die Eutychia, die von vielen externen Faktoren und nicht von mir abhängt, ist die Eudaimonia etwas, das ich erreichen kann. Ganz ohne die sogenannten Glücksgüter schaffe ich es nicht: etwa gute Herkunft oder eine gewisse materielle Ausstattung sind für das gute Leben nach Aristoteles unabdingbar.

In formalem Sinn ist die Eudaimonia das Ziel oder telos jedes menschlichen Lebens, das, worauf ein Leben gerichtet ist oder das, was wir erreichen wollen. Für Aristoteles besitzt jede Handlung, aber auch jeder natürliche Vorgang, ein Ziel.

Sonntag, 13. Mai 2007

Statt des Testes...

...werden wir am 21. Mai die kurzen schriftlichen Arbeiten vorbesprechen. Bitte überlegen Sie sich bis dahin ein Thema (sofern nicht schon geschehen)!

Dienstag, 1. Mai 2007

Fragen; eine wichtige Unterscheidung

Wie soll ich leben?
Welche Handlung ist gut/richtig?
Wie lässt sich die Wahl einer Handlung begründen?

Eine Handlung ist nicht schon die Maxime oder Norm, mit der wir sie begründen.

30.4.: Beispiele

Soll ich Erdbeeren in Februar essen?

Darf ich randalieren?

Muss ich die volle Brieftasche, die ich gefunden habe, abgeben?

Muss ein älterer Patient mit Todeswunsch und Herzinfarktrisiko reanimiert werden?

Darf ich Bundesräte auf Plakaten abbilden?